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Ein Hund in unserer Kita

Ein Hund in unserer Kita
Ein Hund in unserer Kita © gpointstudio - Adobe Stock

Die positive Wirkung von Tieren auf den Menschen und insbesondere auf Kinder ist schon lange bekannt. Die tiergestützte Pädagogik ist daher auch in Kitas immer häufiger ein Thema.

Tierische Partnerschaft

Einen echten Hund sehen und streicheln zu dürfen, ist für Kinder schon etwas ganz Besonderes. Nicht zu vergleichen mit einem Kuscheltier. Denn ein lebendes Tier agiert und reagiert! Der Hund lebt und ist real. Sein Fell ist weich und fühlt sich warm an. Er kommuniziert mit den Kindern und hat seinen eigenen, individuellen Geruch.

Vielleicht steht für Dich sogar die Überlegung an, einen Kindergartenhund (Therapiebegleithund) in Deiner Einrichtung einzusetzen. Dies ist zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden, aber der Gewinn einer solchen „tierischen Partnerschaft“ zahlt sich aus. Im Folgenden möchten wir Dir einige wichtige Informationen hierzu geben.

Tiergestützte Therapie

Bereits seit dem 20. Jahrhundert gibt es die tiergestützte Therapie in der Kinderpsychotherapie und dient als Motivator bei körperlich eingeschränkten Personen sowie als Stimulator bei Personen mit Körperwahrnehmungsstörungen. Hunde zeigen ihre Befindlichkeiten durch Schwanzwedeln, Laute und ihre Körperhaltung. Dadurch regen sie sowohl zu verbaler als auch zu non-verbaler Kommunikation an. Weiterhin vermitteln sie ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Es gibt inzwischen sogar einen eigenen Begriff, der die Wirkung von Mensch und Tier beschreibt: Biophilie.

Seit einiger Zeit weiß man um die vielen positiven Auswirkungen eines Hundes auf Kinder, sodass dieser inzwischen verstärkt Einzug in den pädagogischen und schulischen Bereich hält.

Positive Eigenschaften in zahlreichen Entwicklungsbereiche

Die Verbundenheit von Mensch und Tier hat positive Eigenschaften auf das Erleben und Verhalten von Kindern und fließt in nahezu alle Entwicklungsbereiche mit ein: Motorik, Emotionen, Kognition, Sozialverhalten etc. Vor allem auch bei der Sprachbildung kann ein Hund den Alltag der Kinder begleiten und fördern.

In der Arbeit mit dem Hund sollen Ängste überwunden und abgebaut werden, Rücksicht erlernt werden (dem Hund nicht wehtun), sich selbst wahrzunehmen mit den eigenen Befindlichkeiten, aber auch die Befindlichkeiten des Tieres zu beobachten und wahrzunehmen, Reflexion des eigenen Handels sowie die eigene Persönlichkeitsentwicklung anzuregen. Weiterhin findet der Hund Einsatz bei der Sprachförderung, dient der Entspannung und Regeln werden deutlich besser akzeptiert, wenn ein Hund involviert ist. Weiterhin wird durch die Tier-Mensch-Beziehung das Vertrauen gestärkt und die Kinder bewegen sich vermehrt.

Vorgehensweise

Wenn Du planst, einen Kindergartenhund bei Dir aufzunehmen, solltest Du zunächst einmal in Deinem Team mit allen Mitarbeiter/-innen darüber sprechen, um eine gewisse Sensibilität zu wecken und Ängste und Bedenken zu thematisieren.

Ein Therapiebegleithund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der seine erlernten Grundkommandos jederzeit zuverlässig ausführt. Er ist in der Lage Berührungen auszuhalten und erlernte Regeln ausnahmslos einzuhalten, wie Untersagen vom Abschlecken der Kinderhände, nicht an die Tür rennen, wenn es klingelt, ausführen der Kommandos auch bei Ablenkung etc.

Was gilt es zu beachten

Zunächst muss ein Hygieneplan erstellt und die allgemeinen Tierschutzbestimmungen selbstverständlich eingehalten werden. Weiterhin bedarf es eines tierärztlichen Zeugnisses, denn der Hund muss natürlich frei von ansteckenden Krankheiten sein. Der Hund benötigt einen festen Platz, denn er soll schließlich nicht den ganzen Tag frei in der Einrichtung herumlaufen (Hundebox, Napf, Decke, Futter/Wo wird dieses aufbewahrt?). Solche und auch pädagogische Fragen müssen vorab geklärt werden. Wie wird der Hund eingesetzt? Was wird benötigt? Welche Kinder nehmen an den Hundestunden teil?

Elternabend

Elternarbeit

Ein Elternabend kann als Plattform dienen, um den Eltern zunächst einmal die erforderlichen Informationen zukommen zu lassen. Weiterhin kann ein regelmäßiger Austausch mit dem Elternbeirat stattfinden, Aushänge im Flur oder an der Pinnwand einen laufenden Informationsfluss über die Arbeit mit dem Hund gewährleisten und die Arbeit transparent machen. Du kannst den Eltern die Möglichkeit zur Hospitation einräumen, damit diese sich einen besseren Eindruck verschaffen können. Weiterhin ist es wichtig, dass die Eltern Dir Einverständniserklärungen unterschreiben und den Umgang mit dem Tier ausdrücklich erlauben.

Literaturtipps

Inzwischen gibt es bereits vielfältige Literatur zu diesem Thema und wer mit dem Gedanken spielt einen Kindergartenhund zu sich in die Einrichtung zu nehmen, kann sich in den folgenden Publikationen ausführliche Informationen beschaffen.

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